Sonntag, 14. Mai 2017

Oy vey Florian Barbarino !

Oy vey Florian Barbarino !
Oy vey indeed DepecheModeVEVO !

Was machte Depeche Mode mal einzigartig und damit unverzichtbar?
Ihre gemeinschaftliche Fertigkeit, eigenständigen und eigenwilligen Industrial-Electronic Sound (Alan Wilder) mit im besten Sinne altüberlieferten und bewährten Pop-Liedformen (Martin Gore) zu etwas Unverwechselbarem zu kreuzen.

Die nicht wiederholbare Magie von Komponisten-Duos ist eine alte Geschichte:

Rolling Stones, Beatles, Elton John und Bernie Taupin, man darf bei Queen sogar auf 4 erhöhen.

Bricht ein Teil der Maschine weg, ist es ein Einbruch für das ganze System.

Seit dem Weggang von Alan Wilder klingen Depeche Mode weder eigenständig, noch eigenwillig, sondern mehr und mehr austauschbar und schlimmer, verzichtbar.

Auf "Spirit" erinnert nur noch "Cover me" schwach an das, was Depeche Mode mal sein konnten.

Und damit haben wir erst nur die Musik besprochen.

Es ist erschreckend, wie schlecht Martin Gore als Liedschreiber geworden ist.

Er konnte Pathos so einsetzen, dass er immer gepasst hat. Er konnte Stimmungen schaffen, Wortskizzen, die unendlich viel freien Deutungsraum im Kopfkino des Zuhörers ließen. Er konnte Hymnen schreiben, bei dem einem das Mitsingen nicht peinlich war.

Wie großartig "Spirit" an all diesen Maßstäben scheitert, zeigt sich am deutlichsten, wenn sich Gore von seinem Kernthema, Konflikte des Einzelnen mit der Gesellschaft im Allgemeinen und mit seiner Liebesbeziehung im Besonderen, auf das ausdrücklich politische verlegt.

Wie das richtig geht, hat er selbst mit "everything counts", "people are people" und "a question of time" gezeigt.

"Unterschwellig" war das Zauberwort.

Auf "Spirit" macht der Presslufthammer leider keine Musik mehr, sondern Texte.

Mehr Holzschnitt-Lyrik, "Reim Dich oder ich fress Dich" und "Guck mal Mama, ich kann auch Protestlieder schreiben!" als ein Mensch in seinem Leben ertragen sollte.

Endlich Texte, die Dave Gahan intellektuell nicht mehr überfordern.

Und keines dieser 11 zusammengekehrten Stückchen oder mehr Fetzen verdient dabei streng genommen die Bezeichnung "Lied".

Gewogen und für zu leicht befunden.

P. S.:

Wer jetzt hofft, Alan Wilders "Recoil" klänge wie altes Depeche Mode wird überrascht, aber nicht enttäuscht:
https://play.google.com/music/m/Bkeot5k5d6bothzeztzcl3mgig4?t=Recoil_Selected_-_Recoil
https://play.google.com/music/m/Bwzjfyfrtdctz4x7jdb2cngpiby?t=Spirit_Deluxe_-_Depeche_Mode&utm_medium=organic_share&utm_source=googleplus

1 Kommentar:

  1. Florian Barbarino​ Einsprüche!

    1. Unsere Geschmäcker sind nicht zu deckungsgleich um nicht mehr als genug Gesprächsstoff zu bieten.

    2. Ich kann irren und irre.

    3. Ich bin an ihrer Meinung zur neuen DM deshalb genau so interessiert, wie Sie an meiner.

    Bonus Karma, wenn Sie ihre Meinung zu Recoil noch drauf legen 😉

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