Montag, 11. September 2017

bewusst zugespitzte Frage: ist es berechtigt, Yilun Wang und Michal Kosinski heute die selben Absichten hinter ihrer...

bewusst zugespitzte Frage: ist es berechtigt, Yilun Wang und Michal Kosinski heute die selben Absichten hinter ihrer Forschung zu unterstellen, die Franz Joseph Gall und Cesare Lombroso im 19. Jahrhundert nachweislich mit der Phrenologie verfolgten?

Woraus ergibt sich der moralische Wert von Forschung?
Schon aus ihren tatsächlichen Beweisen, oder erst aus den davon abgeleiteten, politischen Zielen?

Franz Wegener?

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Wissenschaftler von Standford University wollen gezeigt haben, dass aus Gesichtern die sexuelle Orientierung der Menschen abgelesen werden kann. Das ist eine verwegene Behauptung, möchte man sagen, und erinnert an die angebliche Wissenschaft der Phrenologie aus dem 19. Jahrhundert, wo man etwa, wie der Arzt Franz Joseph Gall oder der Psychiater Cesare Lombroso glaubten, aus der Schädelform auf das Gehirn und vor allem auf charakterliche Eigenschaften oder die Intelligenz eines Menschen schließen zu können, was auch zu einer Grundlage der "Rassenkunde" wurde.

Jetzt also vermisst man Schädel nicht mehr kraniometrisch, sondern Gesichter mittels Bilderkennungs- und KI-Programmen. Die Wissenschaftler Yilun Wang und Computerpsychologe sowie Big-Data-Wissenschaftler Michal Kosinski gehen davon aus, dass die physiognomischen Ansätze, die für rassistische Ideologien herhalten mussten, zu Recht abgelehnt werden. Man habe aber "die Untersuchung und sogar Diskussion der Verbindungen zwischen Gesichtsmerkmalen und dem Charakter" zum Tabu gemacht, schreiben sie in ihrer Studie was zu dem verbreitetem Glauben geführt, es gebe keine solchen Verbindungen. Das sei falsch.
https://www.heise.de/tp/features/Die-Phrenologie-kehrt-im-Zeitalter-der-Kuenstlichen-Intelligenz-zurueck-3825932.html
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